Seitenwechsel Wir reisen nach Tours!

Studienreise im Rahmen der Kooperation mit dem Bachelorstudiengang Ergotherapie am Croix-Rouge Compétence Centre-Val de Loire in Frankreich

Gruppenfoto
Internationaler Austausch zwischen Studierenden und Lehrenden der ASH Berlin und der Hochschule Coix Rouge in Tours

Vom 13. bis zum 16. November 2025 fuhren wir, Prof. Dr. Elke Kraus und Prof. Dr. Heinz Stapf-Finé, mit sieben Masterstudierenden nach Tours in Frankreich. Aurélie le Flem, die Dozentin und Kooperationspartnerin der Ergotherapiestudierenden, organisierte den Besuch. Der 13. und 16. November waren An- und Abreisetage. Am Freitag, den 14. November, trafen sich die ASH-Studierenden erstmalig mit den Tours-Studierenden. Der Vormittag diente dazu, sich kennenzulernen und die Hochschule zu besichtigen. Nachmittags gab es eine Übersicht über das anstehende Programm der nächsten zehn Wochen des Moduls. Abends trafen sich alle noch auf einen Spaziergang durch die Stadt Tours und ein gemeinsames Abendessen.

Was hat ASH-Studierende am meisten beeindruckt? 

„Die anfänglichen Zweifel an der Studienfahrt haben sich schnell aufgelöst. Die zwei Tage waren für mich sehr wertvoll – sowohl fachlich als auch persönlich. In den Gruppenarbeiten fanden wir zügig zu einer gemeinsamen Arbeitsweise, und ich war überrascht, wie schnell meine Hemmungen, Englisch zu sprechen, verschwanden. Das direkte Gespräch hat mir sehr geholfen, denn spontanes Sprechen unterscheidet sich stark vom Lesen oder Hören. Auch das Verstehen der französischen Akzente fällt mir nun leichter, weil man sich persönlich besser verständigen kann und Nachfragen sowie Körpersprache unterstützen. Da im laufenden Projekt ein privates Kennenlernen kaum möglich ist, hat dieses Treffen unsere Zusammenarbeit deutlich erleichtert: Probleme lassen sich nun offener ansprechen und wir haben eine gemeinsame Grundlage für die weitere Arbeit. Besonders die Aktivitäten am zweiten Tag haben mein Selbstvertrauen in der Kommunikation gestärkt, weil ich mich mit allen auch in kleinen Gruppen austauschen konnte. Das Kulturprogramm und vor allem das gemeinsame Raclette-Essen in persönlicher Atmosphäre waren schöne Gelegenheiten, interkulturelle Sensibilität zu entwickeln und Missverständnisse offen auszuräumen.“ (Anna Jalaß, 2. Sem MQG)

„Die Studienreise nach Tours - Frankreich war insgesamt sehr gelungen. Die An- und Abreise sowie die Unterkunft wurden individuell selbst organisiert, so konnten wir noch einen Tag in Paris erleben. Untergekommen sind wir im The People Hostel in Tours. Der gemeinsame Workshop an der Universität war fachlich bereichernd und bot einen guten Austausch mit den französischen Studierenden. Der gemeinsame Abend mit Studierenden und den Professor:innen in der Spiele-Bar war offen, wertschätzend und hat die Gruppe spürbar näher zusammengebracht. Am zweiten Tag haben uns die französischen Studierenden in Amboise den letzten Lebensort von Leonardo da Vinci - eine Sehenswürdigkeit gezeigt, die Einblicke in sein gesamtes Lebenswerk eröffnet. Am zweiten Abend lud eine Studierende zum Raclette ein, was einen lebendigen Einblick ausschnittsweise in ihre Perspektiven und ihren Alltag ermöglicht hat. Insgesamt war die Reise gut organisiert, inhaltlich sinnvoll aufgebaut und menschlich sehr wertvoll. Ich nehme viele positive Eindrücke und Anregungen mit.“ (Nadine Dressler, 4. Sem MQG)

„Die Studienfahrt im Rahmen des "Euro-Education: Employability For All (EEE4all) International" Projekts zur Partnerhochschule in Tours war für mich eine Bereicherung des Masterstudiums. Interessant war mitunter die Führung durch die Hochschule, bei der wir wertvolle Einblicke in das Studien- und Arbeitsumfeld der französischen Studierenden bekommen konnten. Besonders bereichernd waren der offene Austausch und die wertvollen Impulse, durch die wir eine Grundlage für die gemeinsame Zusammenarbeit mit den französischen Studierenden bilden konnten. Insgesamt war das Wochenende eine sehr wertvolle Erfahrung, die unsere bevorstehende Zusammenarbeit deutlich stärkt.“ (Erik Blome, 2. Sem MQG)

„Die Studienfahrt hat mir gut gefallen, vor allem weil wir die anderen Projektteilnehmerinnen persönlich kennenlernen konnten. Durch die gemeinsame Veranstaltung entstand ein vertieftes gegenseitiges Verständnis, und es wurde deutlich, dass wir ähnliche Werte und Bedürfnisse teilen – insbesondere im Hinblick auf Organisationsstrukturen und die Frage, wie wir erfolgreich arbeiten können. Dieses Treffen wird die grenzüberschreitende Zusammenarbeit aus meiner Sicht nachhaltig stärken. Beeindruckend fand ich auch das Hochschulgebäude in Tours, insbesondere die vielfältigen Möglichkeiten zur Zusammenarbeit in kleinen Gruppen sowie den Kellerbereich, in dem ein kleines „Krankenhaus“ zu Ausbildungszwecken eingerichtet ist. Zudem habe ich ein deutlich klareres Verständnis dafür gewonnen, wofür EEE4all steht. Insgesamt nehme ich aus der Studienfahrt ein vertieftes Verständnis der französischen Ausbildungsstrukturen, ein stärkeres Gefühl der Zugehörigkeit zum Projekt und neue Motivation für die gemeinsame Arbeit mit.“ (Christine Schädle, 2. Sem MQG)

„Die Studienfahrt nach Tours war für mich eine besondere Erfahrung, da es meine erste Begegnung mit einer ausländischen Hochschule war. Besonders beeindruckt hat mich die einladende Gestaltung der Hochschule sowie die Vielfalt an Ausbildungsmöglichkeiten in verschiedenen Gesundheitsberufen. Als Gesundheits- und Krankenpflegerin fand ich insbesondere die praxisnah und äußerst detailliert gestalteten Räume für die Krankenpflege spannend. Der Austausch mit den französischen Studierenden war jedoch der schönste Teil der Reise. Ich habe mich jederzeit willkommen gefühlt und konnte viel über die Stadt Tours und die französische Kultur lernen. Ich freue mich schon sehr darauf, unsere französischen Kommilitoninnen im Februar hier in Berlin begrüßen zu dürfen und die positiven Erfahrungen zurückzugeben. Insgesamt war die Studienfahrt eine wertvolle und inspirierende Erfahrung, die ich jedem nur wärmstens empfehlen kann.“ (Sarah Steuer, 2. Sem MQG)

„Mir ist es sehr wichtig, so viel Auslandserfahrung wie möglich zu sammeln. Trotz Stipendium und Förderung ist es jedoch finanziell und organisatorisch gar nicht so einfach, ein ganzes Semester oder sogar ein ganzes Jahr für ein ERASMUS-Programm freizunehmen. Umso mehr habe ich mich gefreut, für ein paar Tage nach Frankreich mitgehen zu können und dort echten kulturellen Austausch zu erleben.“ (Hien Phan, 4. Sem MQG)

„Ich war sehr begeistert von der Studienfahrt, da das gemeinsame Reisen allein mit meinen Kommiliton*innen aus meinem Studiengang dazu geführt hat, dass wir uns über unsere Sichtweisen auf das deutsche/internationale Gesundheitssystem und auch über unsere Beschäftigungen auf dem Arbeitsmarkt austauschen konnten. Was dabei auch unsere Werte sind. Ich nehme mit, wie der Aufbau eine Ausbildungsstätte im Bereich des Gesundheitswesen in anderen Ländern aufgebaut und organisiert sein kann. Wertvoll war der Austausch mit den Kolleg*innen aus Tours, die über ihre Ausbildungen und Werdegänge berichtet haben und auch über ihre beispielsweise 2. Bildungswege erzählten, wobei es auch vorkam, dass eine Kollegin vorher Psychologie studierte und sich doch nochmals dafür entschieden hat, eine Ausbildung als Registered Nurse zu absolvieren. Das habe ich in Deutschland aufgrund der geringen Anerkennung des Pflegeberufs noch nicht erlebt.“ (Tina Kahlert, 2. Sem MQG)

Am Samstag trennten sich die Wege der Studierenden und der Dozent_innen. Die Studierenden fuhren zu der kleinen Stadt Ambrois etwas außerhalb von Tours, wo Leonardo da Vinci die letzten drei Jahre seines Lebens als enger Freund des damaligen Königs von Frankreich, Franz I. verbrachte. 

Insgesamt war es eine gelungene Reise, die einen guten, wenn auch nur kleinen Einblick in ein anderes Land mit seinen Bräuchen und Traditionen geben konnte. 

Interessierte können sich für weitere Informationen direkt an die verantwortlichen Professor_innen Dr. Elke Kraus (kraus@ash-berlin.eu) oder Dr. Heinz Stapf-Finé (stapf-fine@ash-berlin.eu) wenden.

Hintergrund des EEE4all Projekts

Das verstetigte Forschungsprojektmodul EEE4all der beiden konsekutiven Masterstudiengänge Praxisforschung in Sozialer Arbeit und Pädagogik (1.-3. Semester) sowie Management und Qualitätsentwicklung im Gesundheitswesen (2.-4. Semester) an der ASH Berlin ist ein interdisziplinäres und international ausgerichtetes Modul. Hier befassen sich Studierende mit der Beschäftigungsfähigkeit von Menschen mit Migrationshintergrund oder anderen Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt. Es werden lokale Partner, meist Einrichtungen oder Initiativen, die sich im Bereich Bildung, Arbeit und Migration profilieren, rekrutiert. So können Studierende ihr Forschungsprojekt in einem größeren, schon etablierten Projekt etablieren und diese gezielt unterstützen. Dies erfolgt zum Beispiel durch Evaluationen, Bedarfsanalysen oder Befragungen von Beteiligten. Dieses Jahr ist das Europa-Institut für Sozial- und Gesundheitsforschung in Berlin mit dem Projekt „Krise als Chance?“ der EEE4all Partner. Nähere Informationen finden Sie auf der Webseite des Europa-Instituts

Der internationale Teil des EEE4all Moduls ist im ersten Semester auf 10 Wochen geblockt und gerahmt von Präsenzzeiten in den jeweiligen Ländern. So fand im Rahmen der Kooperation mit dem Bachelorstudiengang Ergotherapie am Croix-Rouge Compétence Centre-Val de Loire in Frankreich eine Studienfahrt nach Tours statt. Im Februar besuchten die französischen Studierenden Berlin, wo auch die jährliche EEE4all Abschlusskonferenz am 5. Februar 2026 an der ASH Berlin stattfand. Der internationale virtuelle Austausch wird hauptsächlich in englischer Sprache durchgeführt.