Forschung Fluchtmigration nach Deutschland

Eine Forschungsgruppe untersucht gesundheitliche Ungleichheiten am Beispiel der Gesundheit Geflüchteter

Babyfüße in einem Krankenhausbett
Frauen mit und ohne Flucht- und Migrationshintergrund werden auf den Mutter-Kind-Stationen in zwei Berliner Geburtskliniken befragt rawpixels.com/pexels

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert in diesem Jahr erstmals drei Forschungsgruppen zu Public Health. In den kommenden drei Jahren widmet sich eine der Forschungsgruppen dem Thema „Fluchtmigration nach Deutschland: ein „Vergrößerungsglas“ für umfassendere Herausforderungen im Bereich Public Health (PH-LENS)“ und untersucht gesundheitliche Ungleichheiten am Beispiel der Gesundheit Geflüchteter, um das Gesundheitssystem auch für andere benachteiligte Gruppen zu verbessern. Sprecher der Forschungsgruppe ist Prof. Dr. Oliver Razum von der Universität Bielefeld.

An der Forschungsgruppe beteiligt ist Prof. Dr. Theda Borde von der Alice Salomon Hochschule Berlin, die zusammen mit Prof. Dr. Matthias David von der Charité – Universitätsmedizin Berlin in einem Teilprojekt den Einfluss sozialer Determinanten und kontextueller Faktoren auf die Versorgung von Frauen rund um Schwangerschaft und Geburt untersuchen wird. Dazu werden Sichtweisen von Frauen mit einem neugeborenen Kind anhand von fokussierten Interviews und partizipativ angelegten Fokusgruppendiskussionen in Erfahrung gebracht. Frauen mit und ohne Flucht- und Migrationshintergrund werden auf den Mutter-Kind-Stationen in zwei Berliner Geburtskliniken befragt und die in Geburtskliniken dokumentierten geburtshilflichen Prozess- und Ergebnisdaten in Bezug auf soziale und migrationsbezogene Aspekte analysiert. Interviews mit Sozialarbeiter_innen in Gemeinschaftsunterkünften und im Öffentlichen Gesundheitsdienst, Hebammen sowie niedergelassene und in Kliniken tätige Frauenärzt_innen in den drei Regionen Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen ergänzen die Perspektive des Gesundheitspersonals.

Komplettiert wird die interdisziplinär aufgestellte Forschungsgruppe durch weitere Wissenschaftler_innen der Universität Bielefeld, der Ludwig-Maximilians-Universität München, des Helmholtz Zentrums München, des Universitätsklinikums Heidelberg, des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und des Leibniz-Instituts für Sozialwissenschaften Mannheim. Gemeinsamer Fokus der Forschungsgruppe sind die Bedeutung kontextueller kleinräumiger Einflüsse auf Gesundheit, die Identifikation von sozialen Exklusionsprozessen sowie Herausforderungen an das Gesundheitssystem, die mithilfe des Konzepts der Resilienz des Gesundheitssystems analysiert werden.

Weitere Informationen:

www.dfg.de/service/presse/pressemitteilungen/2019/pressemitteilung_nr_31/index.html „Neu bewilligt: Zehn Forschungsgruppen, zwei Klinische und eine Kolleg-Forschungsgruppe“ (Pressemitteilung der Deutschen Forschungsgemeinschaft vom 4. Juli 2019)

www.connectnrw.de/de/Fluchtlingsgesundheit-als-Vergrosserungsglas-fur-Ungleichheiten.php
https://ekvv.uni-bielefeld.de/blog/gesnews/entry/dfg_f%C3%B6rdert_forschungsgruppe_in_public

 

Kurzinformationen:
Projektlaufzeit: 01.11.2019–31.10.2022
Projektleitung: Prof. Dr. Theda Borde und Prof. Dr. Matthias David
Kooperationspartner: Forschungsgruppe PH-LENS
Förderer: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Kontakt: Prof. Dr. Theda Borde, borde@ash-berlin.eu