Lernen & Lehren „Praktiken des Versteckens und Sich-tot-Stellens“

Ein Workshop von Poetikpreisträgerin Yevgenia Belorusets mit ASH-Studierenden zu den Themen Schreiben, Fotografie und Bild-Text-Beziehung

Mit ihrem Schreibworkshop zum Thema „Praktiken des Versteckens und Sich-tot-Stellens“ wusste unsere ASH-Poetikpreisträgerin des Jahres 2025, Yevgenia Belorusets, die Studierenden und Alumnis in eine beredte Sprachlosigkeit zu versetzen, die den Teilnehmer_innen, trotz der sensiblen Thematik, aber immer wieder sehr engagierte, empathische sowie ästhetisch hochwertige Texte entlockte.

Am ersten Tag waren hierfür verschiedenste Schreibimpulse verantwortlich, so z.B. der Film des ukrainischen Künstlers und Regisseurs Vladislav Plisetsky und nicht zuletzt die sehr beeindruckenden Fotos und Textauszüge der Preisträgerin selbst, die den Teilnehmenden eine Melange aus Alltag und Krieg, durch eine Kontrastierung der „wirklichen Wirklichkeit“ anhand fiktiver und mitunter auch tierischer Realitäten respektive poetischer Wahrheiten, nicht nur vor Augen führen sondern auch subkutan einschreiben konnte.

Für den zweiten Teil des Workshops durften die Teilnehmer_innen eine Schreibaufgabe bearbeiten und hatten dafür eine Woche Zeit. Die daraus entstandenen Texte wurden schließlich gelesen und besprochen, was bei sämtlichen Teilnehmenden großes Erstaunen auslöste, bezüglich der literarisch hohen Textqualität, aber besonders auch aufgrund des zum einen hohen Phantasie- und Assoziationspotenzials und den zum anderen biografisch sehr plastisch und detailliert gezeichneten Reminiszenzen und Erfahrungen mit den verschiedensten Dispositionen und Dramen des Lebens und Sterbens.

Der Workshop endete sehr lebendig im Café auf dem Alice-Salomon-Platz bei Teilchen und Taube – letztere musste eingefangen werden, unverletzt und unter dem Applaus der Gäste.

 

Die ukrainische Künstlerin und Schriftstellerin Yevgenia Belorusets wurde im vergangenen Jahr mit dem Alice Salomon Poetik Preis 2025 ausgezeichnet. Anfang Juni bot sie für Studierende der ASH Berlin einen zweitägigen Workshop zu den Themen Schreiben, Fotografie und Bild-Text-Beziehung an. Mit der Einführung des ersten Masterstudiengangs Biografisches und Kreatives Schreiben in Deutschland im Wintersemester 2006/07 vergab die Alice Salomon Hochschule Berlin (ASH) erstmalig den Alice Salomon Poetik Preis. Der Preis ist mit einer Alice Salomon Poetik Dozentur verbunden und wird alle zwei Jahre (bis 2017 jährlich) an Künstlerinnen und Künstler vergeben, die durch ihre besondere Formensprache und Vielfalt zur Weiterentwicklung der literarischen, visuellen sowie akustischen Künste beitragen und dabei immer interdisziplinär arbeiten und wirken. Der Masterstudiengang Biografisches und Kreatives Schreiben greift die in den USA erforschten gesundheitsfördernden Wirkungen und kreativen Potentiale des Schreibens auf. Er befähigt Studierende Schreibtrainings durchzuführen und mit Schreibgruppen biografisch zu arbeiten.