Hochschulleben Der Campus im Wandel: Neue Lernräume für zukunftsorientiertes Lernen

Moderne Lernarchitekturen ermöglichen neue Formen des Lernens

Bloick auf eine Wand im Neubau, auf die Auszüge des Leitbilds Lernen und Lehren geschrieben wurden
ASH Berlin

Zum Start des Sommersemesters 2026 baut die Hochschule ihr Lernraumportfolio weiter aus: Mit der fortschreitenden Umsetzung moderner Lernarchitekturen und Selbstlernflächen im Neubau entstehen neue Möglichkeiten für Studium und Lehre. 

Lehrende und Studierende sind eingeladen, die neuen Lernarchitekturen aktiv in ihre Lehr- und Lernprozesse einzubinden. Es geht um mehr als neue Räume: Es geht um neue Formen des Lernens. Die enge Verzahnung von Architektur und Didaktik eröffnet gezielt Möglichkeiten für Kollaboration, aber auch individuelles und selbstgesteuertes Lernen und berücksichtigt die Heterogenität von Lernstilen und Arbeitsweisen. So wird der Wandel hin zu einer studierendenzentrierten, kompetenzorientierten wie inklusiven Lehr-Lernkultur im Sinne des Leitbild Lernen und Lehren unterstützt. 

Im Mittelpunkt stehen innovative und agile Lernumgebungen, die projektorientiertes Arbeiten fördern, die Entwicklung von Future Skills und digitale Kompetenzen ermöglichen und kollaborative Lernprozesse stärken. So entsteht ein vernetzter Campus, auf dem formelle und informelle, analoge und digitale Lehr-/Lernformate flexibel ineinandergreifen – und neue Räume für Austausch, Community und soziale Begegnung entstehen.

Offizielle Eröffnung ausgewählter Spezialräume

Einen ganz besonderen Einblick in die neuen Möglichkeiten bot die Eröffnung zweier ausgewählter Spezialräume am Montag, 11. Mai 2026. Bei Kaffee und Tee konnten die Räume erkundet, ausprobiert und Bedarfe gemeinsam diskutiert werden.

Folgende zwei Räume, die exemplarisch für die neuen Konzepte stehen, wurden offiziell eröffnet:

  • Der Future Skills Work Space wird von der Servicestelle für Schreib- und Studienkompetenzen sowie dem Team für internationale Newcomer gestaltet und richtet sich mit extracurricularen Angeboten an Studierende. Hier werden gezielt Kompetenzen wie wissenschaftliches Arbeiten, digitale Fähigkeiten – etwa im Umgang mit KI – und Zusammenarbeit gefördert.
  • Der Mediendidaktikraum wird vom Arbeitsbereich Digitale Mediendidaktik betreut und unterstützt Lehrende bei der Entwicklung lernförderlicher Angebote durch den Einsatz von Medien. Neben nutzer_innenfreundlichen Settings für Videoaufnahmen stehen auch KI- und VR-Anwendungen sowie ein Podcaststudio mit mehreren Sprecherinnenplätzen zur Verfügung.

Flexibel, vielseitig, aktivierend

Die neuen Lernräume sind konsequent auf Flexibilität ausgelegt und eröffnen vielfältige didaktische Möglichkeiten. Die Räume sind mit flexiblen Sitzmöbeln wie rollbaren, höhenverstellbaren Drehstühlen und leichten Vierbeinstühlen sowie für die Lehrenden jeweils einem gesundheitsförderlichen Sitz-Steh-Hocker in Verbindung mit einem höhenverstellbaren Pult ausgestattet. Dies ermöglicht ergonomisches, dynamisches und flexibles Sitzen, das den individuellen Bedürfnissen von Studierenden und Lehrenden gerecht wird. Gleichzeitig unterstützen die unterschiedlichen Sitzoptionen verschiedene Lernhaltungen und Arbeitsweisen – von konzentrierter Einzelarbeit bis hin zu dynamischen Gruppenprozessen – und fördern Aufmerksamkeit, Beteiligung und Wohlbefinden auch in längeren Lernphasen.

Die Räume sind mit vielfältigen Einrichtungselementen und technischer Ausstattung versehen, darunter auch die innovativen Fünfecktische, die zahlreiche flexible Kombinationsmöglichkeiten für unterschiedliche Lehr-/Lernsettings bieten. Sie fördern kollaboratives Arbeiten, da sie sich schnell zu Gruppeninseln, Kreisen oder offenen Arbeitslandschaften anordnen lassen. Unterschiedliche Sozialformen wie Plenum, Kleingruppen oder Einzelarbeit lassen sich ohne Zeitverlust umsetzen und unterstützen eine abwechslungsreiche, aktivierende Lehre. Dadurch entstehen kommunikative Settings auf Augenhöhe, die aktivierende Methoden wie Diskussionen, Gruppenpuzzles oder Design-Thinking-Formate unterstützen. 

Die Räume laden ausdrücklich zur aktiven Mitgestaltung ein: Lehrende und Studierende können Settings situativ anpassen und so optimal auf ihre Lehr- und Lernszenarien reagieren. Damit diese Flexibilität erhalten bleibt, wird die Hochschulgemeinschaft gebeten, die Räume verantwortungsvoll zu nutzen und sie nach Veranstaltungen wieder in den vorgefundenen Zustand zurückzuversetzen. Schaubilder zur Einrichtung finden sich in den Räumen sowie im LSF. 

Moderne Technik für vernetzte Lehre

Auch technisch bieten die Räume vielseitige Möglichkeiten: Große interaktive Displays, einfach zugängliche Medientechnik und die unkomplizierte Einbindung eigener Geräte ermöglichen neben Präsentationen kollaboratives Arbeiten und spontane Visualisierungen. In einigen Räumen sorgen zusätzliche Monitore für bessere Sichtbarkeit und erweiterte Möglichkeiten für die digitale Zusammenarbeit.

Perspektivisch werden ausgewählte Räume für hybride Lehre ausgestattet – mit Kameras, Deckenbildschirmen und Raummikrofonen. So können Lehrveranstaltungen gleichzeitig vor Ort und online stattfinden und neue Formen der Zusammenarbeit, etwa mit externen Expert_innen, realisiert werden.

Inklusiv und barrierearm

Ein besonderes Augenmerk liegt auf barrierearmen Lernumgebungen. Standardmäßig verfügbare Mikrofone und Lautsprecher verbessern die Akustik, während Induktions- und Infrarot-Höranlagen die Teilnahme für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen erleichtern. Große Displays liefern kontrastreichere, hellere und schärfere Bilder als die bisher überwiegend genutzten Beamer und sind auch bei Tageslicht gut erkennbar. Die flexible Möblierung der Räume ermöglicht eine Nutzung nach individuellen Bedarfen und schafft Bewegungsflächen z.B. für Rollstuhlnutzende. So leisten die Lernräume einen wichtigen Beitrag zu inklusiver Lehre und gleichberechtigter Teilhabe.

Mehr Raum für Austausch: Community Hub und Selbstlernflächen

Neben den Seminarräumen entstehen weitere Orte für Lernen und Begegnung: Im Erdgeschoss wird ein Community Hub auf- und ausgebaut, der künftig Raum für transfer- und communityorientierte Formate bietet und schrittweise weiterentwickelt wird. Bereits im Sommersemester können bei Bedarf erste Veranstaltungen dort stattfinden.

Ergänzt wird das Angebot durch zahlreiche Selbstlernflächen im gesamten Gebäude. Unterschiedliche Zonen für stilles und kommunikatives Arbeiten, flexible Möblierung sowie ergänzende Aufenthaltsbereiche schaffen Raum für eigenständiges Lernen, Austausch und kurze Erholungspausen zwischen den Lehrveranstaltungen.

Mitgestalten und weiterentwickeln

Die neuen Lernarchitekturen werden im Laufe des Semesters evaluiert. Lehrende und Studierende sind eingeladen, sich über QR-Codes in den Räumen zu beteiligen und ihre Erfahrungen einzubringen. So können die Angebote bedarfsgerecht weiterentwickelt werden.

Flankierend bietet ein hochschuldidaktisches Begleitprogramm für Lehrende Möglichkeiten zum Erkunden, Erproben und zum kollegialen Austausch über die didaktischen Potenziale der neuen Räume. Dieses hochschuldidaktische Begleitprogramm wird durch die Arbeitsbereiche  Hochschuldidaktik und Innovation, Digitale Barrierefreiheit in Studium und Lehre sowie Digitale Mediendidaktik der Abteilung QME SuL realisiert. 

Einige Angebote dieses Begleitprogramms richten sie explizit an alle Interessierten, also Studierende, Mitarbeitende und Lehrende, um die Weiterentwicklung und Aneignung der Lernarchitekturen ko-kreativ im gemeinsamen Miteinander zu gestalten. 

Fazit: Der Erweiterungsbau schafft nicht nur neue Räume, sondern eröffnet neue Chancen für Lehren und Lernen sowie für gemeinsames Arbeiten– flexibel, inklusiv, kollaborativ und zukunftsgerichtet.

Weitere Informationen zu den Lernarchitekturen sowie zum hochschuldidaktischen Begleitprogramm und den Kombinationsmöglichkeiten der Fünfecktische.