WCTP Congress Rehabilitation – Global gedacht

Petra Kühnast und Prof. Dr. Heidi Höppner vertraten die ASH Berlin beim Physiotherapie-Welt-Kongress in Genf

Vergrößern: Petra Kühnast, Jutta Stallmann und Prof. Heidi Höppner vor einer angemalten Wand mit einer roten Kuh
Petra Kühnast MEd, Jutta Stallmann (AddIS PT/ET Studentin im 5. Sem.) und Prof. Heidi Höppner (Professur Physiotherapie. Förderung der Gesundheit und Teilhabe) in Genf

4500 Delegierte aus 131 Ländern (davon 65 % Frauen), 1864 Präsentierende, über 2000 eingereichte und davon 500 angenommene  Poster ... WIR waren dabei.

Nicht immer ist der Weltkongress örtlich „so nah“ - im Nachbarland. Vom 10. bis 13. Mai 2019 fand der WCPT – die zweijährig stattfindende Veranstaltung der World Confederation for Physical Therapy in der Schweiz statt. Petra Kühnast und Prof. Dr. Heidi Höppner vertraten dort die ASH Berlin unter den 112 Teilnehmenden aus Deutschland.  Sie präsentierten ihre aktuelle Forschung und beteiligten sich aktiv im Format eines „Kitchen tables" zu Ausbildungsfragen im internationalen Vergleich. Ihre aktiven Beiträge waren Poster zu:

Preparing for International Cooperation: comparing curricula of Physiothrapie programs of Gambia and Germany (Petra Kühnast, Elke Kraus, Heidi Höppner)

und Inclusive or exklusive? Physiotherapist in the German Health Care System (Heidi Höppner)

Nur alle ca. 8 Jahre findet der Weltkongress in Europa statt. Der WCPT ist in vier Regionen aufgeteilt - in den Jahren zwischen den Welttreffen sind dann die regionalen Treffen: der nächste europäische  2020 in Brüssel. Der Schweizer Berufsverband präsentierte sich als hervorragender Gastgeber.

Was ist das Besondere an diesem Kongress?

Er war für viele sehr – zu – teuer und das schließt natürlich viele Interessierte aus. Eine Studentin – Jutta Stallmann – aus dem AddiS Studienprogramm Physio-/Ergotherapie (additiv/interdisziplinär PT/ET) war als Volunteer mit dabei.

Beeindruckend war die Eröffnungsveranstaltung. Applaus gab es z.T. für einzelne Vertreter_innen ihrer Länder. Welch eine Stimmung! Die Vielfalt und die Offenheit der Kolleginnen und Kollegen, die sich zu internationalen Kongressen auf den Weg machen, ist beeindruckend und viele Themen sind dort schon selbstverständlich: z.B. Diversity und Inclusion. Erlebbar ist, dass Deutschland zwar vorkommt – die theoretische Auseinandersetzung mit der Praxis der Physiotherapie – im Vergleich – jedoch in den Kinderschuhen steckt. Das umfangreiche Programm der drei Tage reichte von klassischen Themen der Förderung von Bewegung durch Verhaltensänderungen von Menschen bis hin zur Nutzung und Anpassung neuer technischer – digitaler – Möglichkeiten.

„Ist die Physiotherapie mit ihrer Personalentwicklung vorbereitet auf die Veränderungen des Gesundheitssystems und der Gesellschaft von morgen?"

Eine Podiumsdiskussion spiegelte diese unterschiedlichen Perspektiven noch mal wider. Beeindruckend wenn auch nicht überraschend war die Präsenz der Weltgesundheitsorganisation und des Internationalen Roten Kreuzes. Beide haben ihren Sitz in Genf. Das Plädoyer der Organisation war jedoch deutlich: Die Rehabilitation spielt nicht nur in Einsätzen der humanitären Hilfe eine zunehmend bedeutendere Rolle, sondern ist gesellschaftlich immer wichtiger. Physiotherapeutinnen und -therapeuten sind mit ihrer Expertise so gefragt wie (nie).

In Deutschland ist noch viel zu tun, die Praxis auch wissenschaftlich zu reflektieren.  Eine solche internationale Bühne erweitert die Perspektive. Die aktuelle Situation der Heilmittelerbringung  in Deutschland macht den Blick (zu) eng. Daher ist es inspirierend mal den Kontext zu wechseln. Die Postersessions waren beeindruckend – insbesondere natürlich wenn man selbst präsentiert und Rückmeldungen/Fragen zur eigenen Forschung erhält. Daher war folgende Aussage einer Kollegin aus Südafrika nicht überraschend, als sie das Modell Inklusiver Therapie bei der Postersession studierte. “Oh, I can use your model for my work in communities".  

Ein Weltkongress 2025 oder 2027 in Deutschland – in Berlin?

Der WCPT bedeutete neben dem Wochenende in Veranstaltungsräumen und -hallen: Viele Menschen treffen, neue Themen kennenlernen,  die Autor_innen internationaler Journals mal „live" zu erleben, aber auch Auftanken/Kraft schöpfen durch selbstverständliche(re) Repräsentanz bestimmter Themen oder für neue Entwicklungen wie sie in anderen Ländern bereits vollzogen wurden u.v.m.  Auf der Tanzfläche entstand die Idee: Ein Weltkongress 2025 oder 2027 in Deutschland – in Berlin – würde der Physiotherapie vor Ort einen Riesenpush geben ... wir sind dabei!

Kontakt:

Heidi Höppner