Kinderforscherzentrum Helleum Impulsgeber und Motor

Das Kinderforscherzentrum HELLEUM – Ein Netzwerk naturwissenschaftlicher Bildungsprojekte wächst

Vergrößern: Ein bunter Seidenfallschirm wird von einer Person im Raum ausgebreitet.
Ein Kind experimentiert im Helleum © Helleum

Das HELLEUM ist inzwischen drei Jahre alt. Es hat sich in der kurzen Zeit zu einem sehr beachteten Zentrum naturwissenschaftlicher und technischer Umweltbildung für Kinder, Pädagoginnen und Pädagogen, Eltern und Wissenschaftler/-innen entwickelt. Seit seiner Eröffnung arbeitet das HELLEUM u. a. am Aufbau von kooperativen Strukturen mit Grundschulen und Kitas im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Dazu zählen regelmäßige Workshopangebote für Kinder, gezielte Fortbildungsangebote für pädagogisches Fachpersonal, Impulse zur Vernetzung verschiedener Bildungs- und Freizeitinstitutionen sowie die Sicherung und Weitergabe von Erfahrungen.

Zudem entstanden aus dieser Arbeit nationale und internationale Kooperationsprojekte. Zu den zahlreichen Projekten zählen seit Anfang 2015 auch drei naturwissenschaftliche Bildungsprojekte, die sich in ihrer inhaltlichen Ausrichtung und ihrem Vorgehen zwar unterscheiden, aber dennoch an der Umsetzung eines gemeinsamen Zieles arbeiten: Kindern und Jugendlichen im Kontext von Lernwerkstattarbeit eine individuelle Auseinandersetzung mit naturwissenschaftlichen Themen zu ermöglichen. Insbesondere der im HELLEUM elaborierte pädagogische Ansatz, Naturwissenschaften im Kontext von Lernwerkstattarbeit frei entdecken zu können, steht im Vordergrund und wird in jedem einzelnen Projekt auf ganz verschiedenen Wegen umgesetzt: 

Science4life – Naturwissenschaftliche Angebote mit sprachsensiblen Materialien für den Einsatz in Willkommensklassen
Sprache ist ein Kommunikationsmittel, um sich mitzuteilen. Sie trägt dazu bei, in einem Dialog mit anderen und auch in einem inneren Dialog, Antworten auf Fragen zu liefern. Finden solche sprachsensiblen Prozesse in einer noch fremden Sprache statt, ist es notwendig, Bedingungen zu schaffen, die zum einen die Nutzung der eigenen Muttersprache und zugleich einen Transfer in die noch fremde Sprache ermöglichen. Hauptanliegen von Science4life ist es, für Kinder und Jugendliche pädagogische Angebote zu schaffen, die ihnen diesen Transfer ermöglichen. Im Projekt werden Materialien und didaktische Settings konzipiert und erprobt, die dazu beitragen, über die Ergründung von naturwissenschaftlichen Phänomenen Sprachanlässe zu generieren, die dazu ermutigen und motivieren über die eigene Annäherung an ein Thema Sprache als sinnvolles und zugleich notwendiges Kommunikationsinstrument zu erleben. Partner/-innen in diesem Projekt sind die iMINT-Akademie Berlin, das Schülerforschungszentrum der Lise-Meitner-Schule und die Bayer Science & Education Foundation, die die finanzielle Projektförderung übernommen hat.

HELLE und LEUM Tüfteltruhen
Im Rahmen dieses Projekts wird ein neues mobiles Umweltbildungsangebot für fünf- bis zwölfjährige Kinder entwickelt, erprobt und zur Ausleihe zur Verfügung gestellt. Es werden sechs verschiedene Tüfteltruhen konzipiert, die Kinder mithilfe von Alltagsmaterialien zum eigenständigen Forschen anregen und eine individuelle Auseinandersetzung mit ausgewählten Themen der Umweltbildung ermöglichen.

Anliegen dieses Projektes ist es auch, ein einrichtungsübergreifendes Netzwerk von interessierten Pädagog-innen und Pädagogen aufzubauen, die an der Entwicklung und Gestaltung der Truhen von Anfang an beteiligt sind. Ihre Expertise und Rückmeldungen aus der Praxis sind elementare Bestandteile des Projekts. Zudem werden sie in Fortbildungen qualifiziert, diese offenen Angebote in ihre Arbeit aufzunehmen. Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert und in Kooperation mit der Universität des Saarlandes sowie der Fachhochschule Potsdam realisiert.

NaBi KiKS
Naturwissenschaftliche Bildung – Kinder in Kita und Schule
Netzwerkfondsprojekt „Bildungsleuchtturm Marzahn-Hellersdorf“
Auch dieses Projekt hat einen starken Bezug zum inzwischen etablierten Lernwerkstattansatz des HELLEUMs. Im Zentrum steht hierbei die Idee, die Lernwerkstattarbeit aus dem HELLEUM heraus in andere Bildungsinstitutionen des Bezirks Marzahn-Hellersdorf zu tragen. Grundschulen und Kitas sollen vorrangig dabei unterstützt werden, neue Lehr- und Lernformate im Bereich der naturwissenschaftlichen und technischen Bildung zu gestalten, umzusetzen sowie eine eigene Lernwerkstatt aufzubauen bzw. weiterzuentwickeln. Ferner werden individuelle Fortbildungs- und Betreuungsangebote für die am Projekt beteiligten Einrichtungen realisiert. Das Projekt wird finanziell durch das Förderprogramm „Soziale Stadt“ (Teil der „Zukunftsinitiative Stadtteil“ und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung) getragen.

Mit dem für 2017 geplanten Bau eines Jugendforscherzentrums HELLEUM wird ein weiteres Angebot entlang der Bildungskette Kita, Grund- und Sekundarschule und Berufsbildung geschaffen, das das bereits geknüpfte Netzwerk beträchtlich erweitern wird.