Alumni Neurosen welken nicht

Anfang der 80er-Jahre studierte Christoph Papke an der Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik Berlin. Danach arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter, Redaktionsmitglied, Sozialarbeiter und Dozent. Heute ist er Buchautor. Ein Alumni-Portrait

Vergrößern: Portrait Papke
2016: Alumni Christoph Papke, Buchautor © privat

Nach meiner Ausbildung zum Textilkaufmann erwarb ich im Jahr 1979 an der Fachoberschule für Sozialwesen in Berlin-Charlottenburg die Zugangsberechtigung für das Studium der Sozialarbeit und Sozialpädagogik.

Gleich anschließend entschied ich mich für das Studium an der Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik Berlin (FHSS), der Vorgängerin der ASH Berlin, weil die FHSS nicht nur einen ausgezeichneten Ruf als Ausbildungsstätte genoss, sondern mit ihrem links-liberalen Ansatz genau meiner Weltanschauung entsprach.

Im Jahr 1982 unterschrieb ich einen Werkvertrag an der FHSS, der mir die Mitarbeit und Co-Autorenschaft an dem Forschungsprojekt „Berufsfeldanalyse in Familienfürsorge und Jugendpflege“ unter der Leitung von Prof. Elke von der Haar ermöglichte. Beinahe gleichzeitig durfte ich als Gründungsmitglied der Ambulanten Dienste Berlin e. V. und als Redaktionsmitglied der Behindertenzeitschrift „Die Luftpumpe“ meine behindertenspezifischen Kenntnisse praktisch und theoretisch ausbauen.

Spaß an der Lehre

Die politischen und gesellschaftlichen Ereignisse sollten mich Anfang der 90er-Jahre noch einmal an die FHSS zurückführen. Nachdem ich inzwischen als Sozialarbeiter bei einem Spitzenverband der Wohlfahrtspflege genügend viele Berufserfahrungen gesammelt hatte, bewarb ich mich 1991 bei Prof. Fred Bäcker als Dozent am Institut für soziale Planung, Beratung, Organisation an der Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik Berlin. Das Institut hatte die Aufgabe übernommen, Fürsorgerinnen und Fürsorger der ehemaligen DDR in sogenannten Anpassungsmaßnahmen bzw. Äquivalenzausbildungen für eine Gleichstellung zu staatlich anerkannten Sozialpädagoginnen/Sozialpädagogen bzw. Sozialarbeiterinnen/Sozialarbeitern zu qualifizieren.

An der Lehrtätigkeit fand ich so viel Spaß, dass ich bis 1999 weiter als Lehrbeauftragter, Lehrkraft oder Dozent an der Fachhochschule des Bundes für Öffentliche Verwaltung, der Deutschen Angestellten-Akademie und verschiedenen anderen Bildungsinstituten unterrichte.

"Als Buchautor plaudere ich aus dem Nähkästchen sozialer Wirklichkeit." 

Im Jahr 1999 gründete ich gemeinsam mit einer Kollegin die Bildungs- und Beratungsgesellschaft RECONIC (Reha Consult Integrationscoaching). Wir kamen mit der Gründung dieses rehabilitationsspezifischen Bildungsträgers einem Wunsch der Bundesagentur für Arbeit nach, die einen dringenden Bedarf für einen ambulanten Träger zur beruflichen Erst- und Wiedereingliederung behinderter und von Behinderung bedrohter Menschen sah. Bis zu meinem Ausscheiden im Jahr 2012 begleitete ich dort persönlich mehr als 1.000 Fälle auf ihrem Weg zu einer gleichberechtigten Teilhabe am Arbeitsleben und am Leben in der Gemeinschaft.

Dass ich nunmehr als Buchautor genügend viel Stoff zur Verfügung habe, um aus dem Nähkästchen sozialer Wirklichkeit zu plaudern, verwundert daher vermutlich niemanden. Mit dem Buch „Neurosen welken nicht“ beschreibe ich anhand von 45 Kurzgeschichten auf satirisch-humoristische Weise das Leben mit jenen komischen Störungen, die wir Neurosen nennen.

 

Buchinformation
Neurosen welken nicht
Verhaltensgestörte Geschichten
Christoph Papke
Schwarzkopf Verlag 2016
240 S., 9,99 Euro