Neue Mitarbeiter_innen Marion Wesso

Neue Diversity-Koordinatorin

Seit Mitte März arbeite ich als Diversity-Koordinatorin an der ASH Berlin. Zu meinen Aufgabenbereichen gehören unter anderem die Koordination der Erarbeitung einer ersten Diversity-Strategie, des Diversity-Audits sowie die Beratung der Hochschulleitung in Fragen zur diversitätsorientierten Hochschulentwicklung.

Ich verstehe Diversity als einen Ansatz vieler Möglichkeiten:
Ich sehe in ihm Potential für kritische und intersektionale Analysen, eine Folie, um hegemoniale Strukturen zu erkennen und Herrschaftskritik zu formulieren. Zugleich kann er auch Basis für Antidiskriminierung und Empowerment sein.

Der Grundstein dieses Verständnisses wurde in meinem Studium der Geschichtswissenschaften und der Soziologie an der University of the Western Cape in Kapstadt gelegt. Für mein Verständnis von Diversity waren hier besonders die Auseinandersetzungen mit Kolonialgeschichten und kolonialen Kontinuitäten, der Dekolonisierung von Wissen, der Repräsentation von Gruppen, bestehender herrschender Strukturen und sozialer Gerechtigkeit maßgeblich.

Auch in meinem Privatleben spielt Diversity eine wichtige Rolle. Ich nutze den Ansatz, um mich fortlaufend mit Diversität, herrschenden Strukturen, meiner eigenen Rolle und den damit verbundenen Privilegien und Marginalisierungen auseinanderzusetzen, mich zu empowern und meine Position als Ally weiter zu entwickeln, mich stets neu zu hinterfragen, Antidiskriminierung als tägliche Praxis in meinem Leben zu festigen.

An der Hochschule stellt Diversity und Diversitätsorientierung für mich eine Querschnittsaufgabe dar.  Es betrifft alle Bereiche, wie z.B. Studium und Lehre, Personalmanagement, Hochschulkultur, Kommunikation, etc.

Ich möchte dazu beitragen, nachhaltig Chancengleichheit zu erhöhen und proaktiv Diskriminierung entgegenzuwirken sowie diskriminierende Strukturen abzubauen und Diversity strukturell in der Hochschule zu verankern.

Besonders spannend finde ich die Reichweite, die eine aktive Diversitätsorientierung an der ASH Berlin haben kann. Als Hochschule, die Fachkräfte für Soziale Arbeit, Gesundheit, Erziehung und Bildung ausbildet, sehe ich großes Potential darin, dass sich die Implementierung von Diversity in der Hochschule auch auf die Adressat_innen der SAGE-Berufe auswirkt.

Parallel zu meiner Erwerbsarbeit an der ASH Berlin und der freiberuflichen Tätigkeit als Diversity-Trainierin, bin ich alleinerziehender Elternteil eines Teenagers.

Ich arbeite seit vielen Jahren im Bereich Diversity und Antidiskriminierung, überwiegend im Kultur- und Bildungsbereich. Meine Schwerpunkte liegen hier in der diversitätsorientierten Organisationsentwicklung und Beratung sowie der Sensibilisierung durch Diversity-Trainings und Workshops. Weiterhin habe ich Prozesse von Bürger_innenbeteiligung begleitet und konzipiert. Partizipation stellt für mich auch für kritische Diversity einen wichtigen Pfeiler dar.

In meiner Arbeit ist mir Austausch, Feedback, Wertschätzung, Perspektivenvielfalt und kritische Reflexion wichtig. Ich freue mich, gemeinsam mit den vielen Aktiven und Initiativen an der ASH Berlin, den Prozess der diversitätsorientierten Hochschulentwicklung mitzugestalten.