...und dann kam Corona „Wir helfen gern weiter!"

Was leistet die Studienberatung während des Online-Semesters: Die Studienberaterinnen Anna Kuhlage und Vanessa Henning geben Antworten

Vergrößern: EIne Frau im Profil telefiniert lachend mit dem Handy
© Brian Wangenheim / Unsplash

Kurz vorab: Vanessa Henning, Sie sind in der Peer-to-Peer-Beratung tätig. Wie läuft das ab?

Vanessa Henning: Eine Peergroup bezeichnet eine Gruppe von Gleichaltrigen. Es handelt sich also um eine Beratung von Student_innen für Student_innen und Bewerber_innen bzw. Studieninteressierten.

Wie erfolgt die Beratung während des Online Semesters?

Vanessa Henning und Anna Kuhlage: Die Beratung erfolgt hauptsächlich telefonisch nach einer vorherigen Absprache per E-Mail. Die telefonische Beratung wurde auch schon vor der Pandemie angeboten und gerne genutzt. Diese Art der Kontaktmöglichkeit bietet zeitlich und räumlich mehr Flexibilität. Zudem kontaktieren uns teilweise Studieninteressierte, die noch nicht in Berlin wohnen oder einer Vollzeitstelle nachgehen. Aktuell sind wir per E-Mail erreichbar und bieten zudem telefonische Termine an.


Was hat sich aktuell verändert?

Vanessa Henning: Ein wesentlicher Teil der Kommunikation beruht auf Mimik und Gestik. Der zwischenmenschliche Austausch fehlt natürlich. Das, was weg fällt, sind die persönlichen Gespräche. Die terminlichen Telefongespräche können dies zum Teil gut ersetzen. Das Beratungs- und Vernetzungsangebot hat sich vom Umfang her nicht verändert. Vor der Pandemie gab es die Möglichkeit, persönlich zu den Sprechzeiten im Büro vorbei zu kommen oder einen telefonischen Termin zu vereinbaren. 


Kommen die Studierenden nun mit anderen Fragen?

Vanessa Henning: Die Beratungen erfolgen anonym. Themen, die im Rahmen von Peer-to-Peer beantwortet werden, drehen sich ums Studium. Es handelt sich um Erfahrungsaustausch sowie Tipps bei der Organisation und Planung für den individuellen Studienverlauf. Zudem werden auf finanzielle Möglichkeiten (inklusive Stipendien) hingewiesen. Darüber hinaus beantworten wir Fragen zu Lerntechniken/-strategien, Prüfungsangst und -bewältigung und vermitteln an weitere Ansprechpartner_innen und Netzwerke.

Anna Kuhlage: Die Themen, die in der Studienberatung auftauchen, sind zum Teil gleich geblieben: Organisation des Studiums, Finanzierung des Studiums, Studieren mit chronischer Erkrankung. Zum Teil sind es aber auch Themen, die aufgrund der Pandemie aufgekommen sind. In der Regel geht es um Überforderung bei mehrfachen Belastungen wie Studium, Familie, Kinder und Arbeit. Für viele kamen finanzielle Schwierigkeiten dazu: Wegfall des Studentenjobs, aber auch solche Themen wie Einsamkeit im Studium, fehlende Kommunikation und fehlender persönlicher Kontakt zu den Kommiliton_innen und Dozierenden.

Was raten Sie Studierenden mit solchen Problemen?

Vanessa Henning und Anna Kuhlage: Die Studierenden sollten möglichst schnell Kontakt mit der Hochschule aufnehmen. Ein telefonisches Gespräch mit uns aus der Studienberatung oder mit Kolleg_innen aus der Koordination hilft in der Regel weiter. Da die Problemlagen komplex sind, versuchen wir immer wieder eine individuelle Lösung zu finden, was uns auch häufig gelingt.

 

Was ist jetzt für die Studierenden wichtig?

Vanessa Henning: Aus eigener Sicht als Studierende kann ich nur empfehlen, die eigene „Work-Life-Balance“ aufrecht zu halten. Man sollte sich insbesondere in diesen schwierigen Zeiten, treu bleiben. Das bedeutet auf sich und die eigenen Bedürfnisse zu hören und Prioritäten zu setzen. Vor allem ist es wichtig, Pausen einzulegen, sich Gutes zu tun und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Anna Kuhlage: In dieser besonderen Situation ist es für viele Studierende wichtig eine Ansprechperson zu haben. Aktuell kommen häufig Fragen nach den Möglichkeiten einer Verlängerung des Studiums. In der Beratung suchen wir nach Wegen, die die verschiedenen Lebenslagen der Studierenden berücksichtigen.


Wie kommen die Studierenden mit der aktuellen Situation klar?

Vanessa Henning: Der Verlust oder höhere Anforderungen durch den Job, Home-Schooling und Home-Office sind einige der Situationen, die viele getroffen haben. Es gehen unzählige Schicksalsschläge damit einher. Die Pandemie ist eine neue Herausforderung, die uns weltweit zur selben Zeit trifft. Ich studiere Soziale Arbeit und merke, dass viele Seminare von persönlicher Interaktion leben und profitieren. Diskussionen lassen sich in Videokonferenzen schlecht ermöglichen. Leider geht dabei der zwischenmenschliche Inhalt verloren. Des Weiteren hat nicht jede_r die technischen Voraussetzungen für ein Online-Studium. Die Lernplattform Moodle wird viel intensiver genutzt. Digitales Lernen bedeutet, länger vor und mit dem PC oder Laptop zu arbeiten. Dies ist auf Dauer sehr anstrengend. Ich bin jedoch auch über die Vielfalt des digitalen Lernens erstaunt. Die synchronen- und asynchrone Lehreinheiten versuchen auf die individuellen Bedarfe einzugehen. Besprochene Powerpoints, Audio-Vorträge, der Austausch über das Etherpad oder erstellen von Wikis sind neue Lernmöglichkeiten. Ich kann nur dazu ermuntern, bei Problemen oder Überforderungen, Kommiliton_innen, Dozierende oder die Studienberatung zu kontaktieren. Wir helfen gern weiter!


Was könnte für die Studierenden besser laufen in der Hochschulorganisation?

Vanessa Henning und Anna Kuhlage: Die Sudierenden können noch mehr Rückmeldungen geben, was und wie es aus ihrer Sicht besser laufen kann. Das betrifft auch diejenigen, die sich abgehängt fühlen und zwangsläufig das Semester wiederholen werden. Die Absprachen mit Dozierenden laufen manchmal nicht optimal. Viele Studierende beschweren sich, dass der tatsächliche zeitliche Aufwand fürs Studium durch die Online-Lehre enorm zugenommen hat. Sie schätzen es sehr, dass innerhalb kurzer Zeit das Studium online ermöglicht wurde. Sie sind sehr dankbar für die vielen Informationen und dass sie auf dem Laufenden gehalten werden.

Kontakt und Informationen:
Wir stehen jederzeit zur Verfügung.
Unter folgenden E-Mail Adressen sind wir erreichbar:
Anna Kuhlage, Allgemeine Studienberatung für Studien- und Bewerberinteressierte: sb@ avoid-unrequested-mailsash-berlin.eu
Vanessa Henning, Austausch von Student_in zu Student_in: peer2peer@ avoid-unrequested-mailsash-berlin.eu
Die Hochschule bietet eine Austauschmöglichkeit unter der corona@ avoid-unrequested-mailsash-berlin.eu Mailadresse an. Zudem versuchen viele Instanzen auf persönliche Anliegen einzugehen. Die Hochschule berät sich in verschiedene Gremien und findet Lösungen. Folgende Homepages bieten fortlaufend Informationen:
https://www.stw.berlin/unternehmen/themen/corona-faq.html
https://www.ash-berlin.eu/informieren/corona/