Black Lives Matter „Warum wird hier so wenig zugehört, ernstgenommen und verändert?"

Ein Interview über die Black Lives Matter Proteste, Rassismus in Deutschland und an der Hochschule und was dagegen getan werden muss

Vergrößern: Ein Plakat auf einer Demonstration auf dem steht: F*ck of institutionelle Rassismusscheiße
© Malu de Wit / Unsplash

Die Fragen beantworteten die Mitarbeiter_innen vom EmpA-Team (Empowermet, Sensibilisierung und antirassistische Öffnung an der ASH Berlin) und Teilnehmende der ,Ich bin da!' BIPoC-Studierendeninitiative.

Einige Leute sehen in der aktuellen Black Lives Matter ein amerikanisches Phänomen. Aber auch in Berlin sind in der letzten Zeit tausende Menschen auf die Straße gegangen. Rassismus und insbesondere Alltagsrassismus sind auch in Deutschland alltäglich. Warum wird hier so wenig darüber gesprochen?

EmpA und ,Ich bin da!': Der Mord an George Floyd ist (in den USA und global gesehen) kein Einzelfall. Die daraus entstandenen Proteste artikulieren etwas viel Größeres. Es geht nicht ausschließlich um den einen Mann, der brutal ermordet wurde, sondern um die tief sitzenden Rassismen weltweit, die kontinuierlichen und lange bestehenden Kämpfe dagegen und die Visionen eines gerechteren, gesellschaftlichen Zusammenlebens in der Zukunft.
In Deutschland sitzen Rassismen sehr tief in der Gesellschaft. Hierbei spielen Kolonialismus, Nationalsozialismus und die Kontinuität von rassistischer Gewalt, die bis heute wirkt, eine große Rolle.
Die Aufarbeitung Deutschlands hinsichtlich seiner kolonialen Vergangenheit ist noch lange nicht beendet. Dies spiegelt sich in aktuellen Diskursen unter anderem in der Aufrechterhaltung und der Kontinuität rassistischer Denkmuster (z.B. in Bezug auf rassistische Polizeigewalt) wider. Das alltägliche Denken muss also verändert bzw. verlernt werden. Schon die oftmals gestellte Frage „Wo kommst du her?“ konstruiert den*die vermeintlich Andere (Othering). Diskussionen und Debatten werden von Zeit zu Zeit, von Debatte zu Debatte neu aufgewärmt und rassifizierte Menschen sind jedes Mal aufs Neue in der Pflicht zu beweisen, dass es wirklich rassistische Diskriminierungen gibt.
Es gibt stereotype und abwertende Bilder gegenüber Schwarzen Menschen (und anderen marginalisierten und nicht-weißen Menschen), da sie auf Grund ihrer Hautfarbe, ihrer (vermeintlichen) Herkunft, ihrer (vermeintlichen) Kultur oder Religionszugehörigkeit etc. als anders markiert werden. Diese konstruierten Unterschiede werden als „natürlich gegeben" dargestellt. Weiter werden Menschen innerhalb rassifizierter Gruppen homogenisiert, d.h. „sie sind alle gleich“. Dies mündet in einer Dichotomisierung zweier Gruppen, die mit unterschiedlichen Attributen versehen werden, z.B. zivilisiert-kriminell, gebildet-ungebildet, fortschrittlich-frauenfeindlich/homofeindlich/antisemitisch, usw. Es geht um gewaltvolle Ausgrenzungen derjenigen Menschen, die nicht der Mehrheitsgesellschaft angehören und der damit beabsichtigten, strukturellen Sicherung von Macht und Privilegien.

Teilnehmende_r der ‚Ich bin da!’-Studierendeninitiative: Eine weitere mögliche Erklärung für das Verleugnen und Nicht-Thematisieren von Rassismen in Deutschland ist das von Vielen unabdingliche Zusammendenken von Rassismus und der deutschen Vergangenheit (besonders die Kolonialzeit und der Nationalsozialismus). Im Zuge dessen scheinen vor allem institutionalisierte rassistische und sonstig diskriminierende Strukturen von Nicht-Betroffenen oftmals nicht wahrgenommen, oder anerkannt zu werden, da diese mit ihrer mehrheitlich geglaubten Idee einer weltoffenen und gerechten Gesellschaft nicht übereinstimmen können. Realität sind diese Strukturen trotzdem.                                                                               
Ich möchte außerdem erwähnen, dass gerade diskriminierte, in diesem Fall von Rassismus betroffene Menschen auch in Deutschland nie aufgehört haben, sich zu organisieren und Übergriffe sowie offensichtlich diskriminierende Strukturen zu thematisieren. Jedoch sind es genau solche Perspektiven, die in den öffentlichen Debatten relativiert werden oder denen gänzlich der Raum genommen wird. Dies führt unter anderem zum Unsichtbarmachen eben jener Perspektiven und somit kann der Eindruck entstehen, dass über Themen wie Rassismus „wenig gesprochen" wird. Die Fragen: „Warum wird hier so wenig zugehört, ernstgenommen und verändert?" und „Wer bestimmt eigentlich wie die Diskurse geführt und welche Perspektiven angehört werden? Und warum?"  finde ich dementsprechend genau so, wenn nicht sogar dringender und wichtiger.

„In manchen Seminaren wird noch nicht mal der Versuch durch Dozierende unternommen, rassistische Inhalte zu besprechen und ggf. kritisch einzuordnen."


Auch im Raum Hochschule ist Rassismus ein Thema. Könnt ihr Beispiele nennen? Deswegen gibt es auch die beiden Projekte EmpA und Ich bin da. Was ist euer Auftrag?

Teilnemehnde_r der ‚Ich bin da!’-Studierendeninitiative: Selbstverständlich machen rassistische Diskurse nicht vor den Türen einer Universität oder denen der Alice Salomon Hochschule (ASH Berlin) halt – auch nicht, wenn (i.d.R. weiße) Studierende nicht müde werden, die „alternative Sozialisation“ in der ASH Berlin zu betonen.
Das Leitbild der Alice Salomon Hochschule verspricht soziale Gerechtigkeit zu fördern und die Repräsentation und Partizipation ethnischer Minderheiten zu stärken. Auf einem zum Alice Salomon Platz gerichteten Transparent verkündet die ASH: „Gemeinsam Nazis und Rassismus entgegentreten- hier und überall“. In der Realität vieler BIPoC-Studierender sieht dies zuweilen gravierend anders aus.
Es wird oftmals geschildert, was in anderen gesellschaftlichen Zusammenhängen auch erlebt wird: Sie erfahren in eine rassistische Ordnung gedrängt zu werden und Ausgrenzungen zu erfahren. Menschen, deren Erstsprache nicht deutsch ist, trifft dies in besonderer Weise. Erfahrungen von BIPoC-Studierenden, die in Form von Seminarbeiträgen oder Referaten eingebracht werden, werden nur selten wertgeschätzt. Nicht selten kommt es vor, dass Seminarteilnehmende, die mehrheitlich weiß sind, mit Abwehr reagieren und Rassismuserfahrungen gänzlich in Frage stellen.
Aus dem Curriculum und der folglich hervorgebrachten Wissensvermittlung wird der Eindruck gewonnen, dass weiße, gesellschaftliche Interpretationen im Mittelpunkt stehen und BIPoC-Perspektiven unterrepräsentiert werden. In manchen Seminaren wird noch nicht mal der Versuch durch Dozierende unternommen, rassistische Inhalte zu besprechen und ggf. kritisch einzuordnen.
Die Sprache, die auf Grund ihrer performativen, wirklichkeitsschaffenden Wirkung von großer Bedeutung ist, spielt zweifelsohne auch im Kontext der akademischen Bildung an der ASH Berlin eine große Rolle. Sprachhandlungen beziehen sich auf sprachliche Übereinkünfte, die gesellschaftlich akzeptiert und autorisiert sind. Die Sprache (re-)produziert demnach gesellschaftlich normalisiertes Wissen und trägt dazu bei, dass sich Asymmetrien verfestigen (können). „Rückschrittliche, kopftuchtragende Muslima“ und in „Dreck und Armut lebende Z.s“ sind nur wenige von vielen in Seminaren durch Studierende und Dozierende getätigte Sprachhandlungen, die homogenisierende Zuschreibungen vornehmen und im Resultat ein dichotomisierendes Bild von „uns" und den „anderen" aufrufen.
Der Diskurs um politische Korrektheit als Zensurinstrument und der Durchsetzung von "Denkverboten" ist unlängst im akademischen Betrieb angekommen. Eine weiße Dozierende beispielsweise entgegnete in einem Seminar auf die Kritik von mehreren BIPoC-Studierenden, die die stereotypen Darstellungen von Sinti*izze und Rom*nja und die häufige Verwendung des abwertenden Begriffs des „Z.“ in einem Referatsvortrag durch weiße Studierende kritisierten, dass sie an der Alice Salomon Hochschule nun endgültig nicht mehr wisse, was man noch sagen dürfe.
BIPoC-Studierende verbalisieren kontinuierlich Situationen in Seminaren, in denen Ängste und Ohnmacht ihrerseits erlebt werden. Sie weisen eindrücklich darauf hin, welche erschwerenden Auswirkungen die immer wiederkehrenden Konfrontationen mit Rassismen auf sie haben und, dass ihre Teilhabe am Studium stark beeinträchtigt wird. Es wird viel Energie von ihnen abverlangt, die sie an anderen Stellen, wenn es beispielsweise um das Lernen für anstehende Prüfungsleistungen geht, nicht aufweisen können. Den Ansprüchen des Studiums kann man so nur eingeschränkt gerecht werden.
Knapp acht Wochen nach Hanau verlor unsere Hochschulleitung in ihrer Begrüßungsrede zum neuen Sommersemester kein Wort über Rassismus und rassistischen Terror und den damit verbundenen gesellschaftlichen Herausforderungen (auch für die Hochschule und die SAGE-Berufe). Ich hätte mir mindestens eine Bekundung der Solidarität gewünscht. Mit BIPoC-Studierenden „ihrer“ ASH Berlin. Und dem Rest der Gesellschaft, die tagtäglich Rassismus erfährt. In Anbetracht dessen scheint das oben erwähnte Transparent manchmal wie eine Aneinanderkettung leerer Worthülsen. „Gemeinsam Nazis und Rassismen entgegentreten – in der ASH Berlin und überall“. Das wäre doch mal ein Anfang.


EmpA:
Für Studierende of Color sind Rassismuserfahrungen leider Teil des Studienalltags. Zwei Beispiele:
Ein Lehrender spricht über eine Studentin zu den anderen weißen Student_innen und nennt das N.Wort (kolonialrassistische Bezeichnung für Schwarze Menschen). Die weißen Student_innen positionieren sich nicht. Lediglich eine Studentin äußert „Heutzutage muss man ja an der ASH aufpassen, was man sagen darf.“
Ein Student hält nach einer Feldstudienphase ein Referat über rassistische Erfahrungen von unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten in einer Unterkunft. In der anschließenden Diskussion, negieren weiße Mitstudent_innen die Rassismuserfahrungen der Jugendlichen, verweisen stattdessen auf die vermeintliche erhöhte (sexuelle) Gewaltbereitschaft „muslimischer Jugendlicher“ und fordern von dem als muslimisch gelesenen Studenten eine Positionierung ein. Der Lehrende moderiert nicht klärend.
Neben den oben genannten konkreten Situationen wirkt Rassismus oft strukturell und subtiler. Welche Beiträge und Perspektiven von Studierenden werden in Seminaren ernstgenommen und welche nicht? Wie oft kommen Autor_innen of Color und ihre Standpunkte im Seminarplan vor? Wird Rassismus in der Praxis der SAGE Berufe thematisiert und wenn ja aus welcher Perspektive?
Das EmpA Team möchte Studierende mit Rassismuserfahrung an der Hochschule empowernd unterstützen. Wir sind da, wenn ein offenes Ohr gebraucht wird, um über verletzende Erfahrungen zu sprechen und beraten wie damit umgegangen werden kann. Unser Ziel ist, es die Bedarfe von Studierenden of Color zu artikulieren und damit sichtbarer- und hörbarer zu machen. Gleichzeitig arbeiten wir daran rassismussensible Strukturen an der ASH Berlin voranzubringen, um damit die Studienbedingungen für alle Studierenden zu verbessern. Langfristig ist hierfür die Berufung einer Anti-Rassismusbeauftragten, notwendig, damit diese wichtige Arbeit institutionell verankert wird, und nicht von Projektgeldern abhängig ist.

„Das Reflektieren und aktive Verlernen rassifizierender Handlungsweisen ist ein stetiger, lebenslanger Prozess und ein Weg, den alle Menschen gehen müssen!"

Der Kampf für Gleichbehandlung und Respekt sollte von der Mehrheitsgesellschaft geführt werden. Was wünscht ihr euch? Was kann jede_r einzelne von uns tun?

,Ich bin Da!': Es müssen Veränderungen her! Öffentliche und private Debatten müssen auf dem aufbauen, was durch Erfahrungsberichte bereits in unzähligen Diskursen zur Sprache kam. Strukturen müssen noch inklusiver gestaltet werden und in diesem Prozess hat Deutschland noch viel zu tun. Rassismen gegenüber BIPoC sind tägliche Lebensrealität. Jede einzelne Person muss in sich gehen und schauen, was diese im Alltag tun kann. Es reicht nicht, im Moment gegen Rassismus einzustehen. Das Reflektieren und aktive Verlernen rassifizierender Handlungsweisen ist ein stetiger, lebenslanger Prozess und ein Weg, den alle Menschen gehen müssen!

EmpA: Zuhören. Ernstnehmen. Nachfragen welche Solidarität erwünscht ist. Es ist notwendig, dass Angehörige der weißen Mehrheitsgesellschaft anerkennen, dass es eigentlich unmöglich ist in einer Gesellschaft, die strukturell rassistisch ist, nicht rassistisch geprägt zu sein, wenn auch unfreiwillig. Rassismus existiert nicht nur unter Nazis oder AfD Anhänger_innen. Daher ist es wichtig, sich mit (Alltags-)Rassismus auseinanderzusetzen und zu schauen wie jede_r im eigenen Alltag dazu beitragen kann, dass dieser abnimmt. Es reicht nicht aus gegen Rassismus zu sein, sondern es ist wichtig Verantwortung zu übernehmen, um eine Gesellschaft zu gestalten, die Menschen nicht aufgrund der Hautfarbe, eines Kopftuchs, des Einkommens, des Geschlechts, der sexuellen Orientierung oder einer Be_hinderung ausschließt und diskriminiert. Das bedeutet auch rassistische Äußerungen und Praktiken im privaten Umfeld, in der Öffentlichkeit oder am Arbeitsplatz zu benennen. Es heißt aber auch immer erstmal nachzufragen bei Rassismuserfahrenen, ob, wie und in welcher Weise Unterstützung gewünscht ist.
Auch wenn Rassismus eine sehr spürbare Lebensrealität für BIPoC´s ist, müssen weiße Menschen anerkennen, dass sie ebenfalls von Rassismus betroffen sind und zwar durch Privilegien. Es braucht einen langwierigen Auseinandersetzungsprozess, der über eine geschichtliche Abhandlung des 3. Reichs hinausgeht und die Kolonialvergangenheit mit aufarbeitet und realisiert, wie sehr diese beiden einschneidenden historischen Ereignisse nach wie vor das Denken und Handeln in dieser Gesellschaft prägen. Dieser strukturelle Rassismus der Institutionen, die Politik und Mediendiskurse durchdringt muss von Grund auf dekonstruiert werden. Ein anschauliches Beispiel sind Kulturproduktionen, die meist eine weiße Person als Konsument_in imaginieren. In Filmen oder Serien, bei Nachrichtensprecher_innen werden vor allem weiße Lebensrealitäten abgebildet und wenn andere Lebensrealitäten erzählt werden, dann meist aus einer weißen Perspektive. In Kinderbüchern entspricht die Darstellung nicht der diversen Realität der deutschen Gesellschaft. Und auch in der (Online-)Lehre werden die verschiedenen Lebensrealitäten oft nicht mitgedacht. Selbst wenn der Vorsatz alle Studierenden gleich zu behandeln, löblich ist, kann gerade die Ausblendung der unterschiedlichen (benachteiligten) Zugangsvoraussetzungen zu erneuten Ausschlüssen führen.

 

In Zeiten von Online-Lehre und Corona werden strukturelle Benachteiligungen und strukturelle Ausschüsse verstärkt. Könnt ihr Beispiele nennen?

EmpA: Im Online Semester wurde nochmal deutlicher, dass Menschen deren Erstsprache nicht deutsch ist, selten mitgedacht werden. Das teilweise erhöhte Textpensum bezogen auf einen bestimmten Zeitrahmen, die Schwierigkeit online Videokonferenzen in einer Zweitsprache folgen zu können sind hierfür Beispiele. Aber auch der unterschiedliche Zugang zu technischen und finanziellen Ressourcen, als zentrale Rahmenbedingungen für das Studium wurden nochmal sichtbarer. Fehlende Endgeräte im Haushalt oder die Notwendigkeit den Laptop mit mehreren Familienmitgliedern teilen zu müssen; keinen Rückzugsraum in beengten Wohnverhältnissen oder eine schlechte Internetverbindung sind alltägliche Hürden, die es erschweren, gleichberechtigt am Online Studium teilnehmen zu können. Aufgrund der COVID-19 Krise haben Studierenden ihre Jobs verloren und müssen jetzt mit noch prekäreren Einnahmen zurechtkommen. Migrantisierte Student_innen und Student_innen mit Fluchterfahrung sind dabei überproportional von fehlenden Ressourcen betroffen. Das zeigt die Verwobenheit von Machtverhältnissen und das Zusammenspiel von Rassismus und Klassismus. Hinzu kommt, dass sich die Lebensrealität und Perspektiven von BPoC Studierenden, Studierenden mit Fluchterfahrung und internationalen Studierenden meist nicht im Lehrinhalt widerspiegelt.
Als Strategien haben sich Tandems mit anderen Studierenden of Color bewährt, in dem sich gegenseitig im Seminar und bei der Bearbeitung der Aufgaben unterstützt wird. Wichtig ist es aber auch Missstände zu benennen, damit diese sichtbarer werden und direktes Feedback an die Lehrenden zu geben. Letzteres ist nicht immer einfach und EmpA bietet hier Unterstützung an solche Gespräche mit Lehrenden Vor- und Nachzubereiten oder ggfs. zu begleiten.

 

Hier ist Platz für eure Fragen, die nicht aus meiner Perspektive formuliert sind, sondern die ihr gerne selber beantworten würdet. Damit auch wirklich eure Perspektive gesehen werden kann.

EmpA: Das meiste was hier geschrieben wurde, wird bereits seit Jahrzehnten und in anderen Kontexten bereits seit Jahrhunderten gesagt, geschrieben, gesungen oder in die Welt geschrien. Es macht müde, immer wieder dieselben Dinge erklären zu müssen. Auch wenn viele weiße Menschen gerade das erste Mal wirklich zuhören oder nachfragen, was zu begrüßen ist, heißt das nicht, dass BPoC das erste Mal auf diese Fragen antworten. Daher haben wir eine kleine Leseliste erstellt – ohne Anspruch auf Vollständigkei –, die Rassismus in Deutschland aus unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungshorizonten thematisiert.

 

Leseliste Educate yourself!

Saraya Gomis und Daniel Gymerah: Fünf Vorschläge für eine anti-rassistische politische Agenda

Hadija Haruna-Oelker: "Das sind keine gewöhnlichen Proteste"

Alice Hasters: Was weisse Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten. 

Sharon Dodua Otoo: Dürfen Schwarze Blumen Malen?

Deutschland Schwarz Weiß - Noah Sow

Exit Racism - Tupoka Ogette 

Tupoka, Exit Racism auf Spotify

Mohamed Amjahid: Unter Weißen

Fatma Aydemir, Hengameh Yaghoobifarah: Eure Heimat ist unser Alptraum. 

Kimberly Jones: How can we win? (englisch auf Youtube)

Emily Ngubia Kuria: Eingeschrieben. Zeichen setzen gegen Rassismus an deutschen Hochschulen.

Chimamanda, Danger of a single story

 Your Daily Blackactivism: Liste mit BiPoC Themen

Rassismuskritisch Denken und Handeln lernen - Links, Ressourcen, Bücher, Texte, Personen, Organisationen in Deutschland 

 

EmpA - Programm für Empowerment, Sensibilisierung und antirassistische Öffnung der ASH Berlin
EmpA setzt sich zum Ziel mittels eines Empowermentansatzes die Studienbedingungen Internationaler Studierender, Studierender mit Fluchterfahrung sowie Studierender of Color* zu verbessern.
Wir bieten verschiedene Formate zum Kennenlernen und Austausch, sowie Beratung, Workshops und Unterstützung je nach Bedarf der Studierenden an. Darüber hinaus beraten und schulen wir Mitarbeiter_innen der Hochschule zur rassismuskritischen Verbesserung der Studienbedingungen. Gemeinsam mit vielen engagierten Hochschulangehörigen möchten wir Einfluss darauf nehmen, dass die Alice Salomon Hochschule ein möglichst rassismussensibler Ort wird.​
Kontakt:
Projektkoordination

Dr. Aki Krishnamurthy
T+49 30 99 245 295
krishnamurthy@ash-berlin.eu
EmpA Tutor_innen

Jenifa Simon
Wafa Bodaghi
Verónica Arias
empowerment@ avoid-unrequested-mailsash-berlin.eu


"Ich bin da!" Projekt

Gemeinsam mit vielen Black, indigenous und PoC - Studierenden der Alice Salomon Hochschule Berlin wurde das Projekt "Ich bin da!" ins Leben gerufen, um auf rassistische Strukturen innerhalb der Hochschule aufmerksam zu machen. Im Fokus der Kritik stehen unter anderem Lehrinhalte, Didaktik und Sprache, die bislang überwiegend aus weißer Perspektive gedacht werden. Die Studierenden des Projekts wenden sich an die ASH Berlin als Institution, die ihrer Meinung nach eine Verantwortung dafür trägt, was gelehrt wird, wie gelehrt wird, ob und wie Lehrende und Mitarbeiter_innen für Rassismus sensibilisiert werden und welche Atmosphäre in der Hochschule herrscht. Ein wichtiger Schritt war zusätzlich das Andocken der Initiative an den AStA der ASH Berlin, denn durch die Referatsarbeit gelingt es der Initiative nun, die Stimmen von BIPoC-Studierenden innerhalb hochschulpolitischer Diskurse zu vertreten.
Neben Workshops und Angeboten für die Teilnehmenden gehören Empowerment und Vernetzung zu den Kernpunkten des Konzepts der Initiative. Im November dieses Jahres richtet die Initiative den Hochschultag aus, bei dem über intersektionale Perspektiven auf Hochschullehre diskutiert werden soll. Über Interessierte BIPoC-Studierende freut sich die ‚Ich bin da!‘- Initiative jeder Zeit.
Kontakt:
Purnima Vater, bipoc@ash-berlin.eu