Erweiterungsbau der ASH Berlin Ein architektonisches Highlight für die Helle Mitte

Der Kanzler der ASH Berlin, Andreas Flegl, spricht im Interview über den Erweiterungsbau der ASH Berlin und den neuen Hochschulvertrag

Vergrößern: Zeichnung des neuen Gebäudes
Das Gewinnermodell des Erweiterungsbaus der ASH Berlin am Kokoschkaplatz

alice online: Herr Flegl, die Planung für den Neubau läuft seit 2010. Welche Hürden hat es bis dato gegeben?

Flegl: Zunächst musste das, was hier alle spüren und fühlen, nämlich die räumliche Enge, in Zahlen und Bedarfsrechnungen ausgedrückt werden. Die andere Frage war dann, wo wir bauen könnten. Glücklicherweise haben wir ein Grundstück in unmittelbarer Nähe der Hochschule gefunden, für dessen Übertragung sich der ehemalige Bezirksbürgermeister Stefan Komoß stark eingesetzt hat. Zunächst war dann ein Neubau zusammen mit einer integrierten Kita geplant, ein innovatives Projekt für den Studiengang Erziehung und Bildung im Kindesalter. Leider passte die Umsetzung der Fördermittel für den Kitabedarf nicht in den Rahmen mit unserem Hochschulbau zusammen, der Kitabau hätte schneller umgesetzt werden müssen als der Hochschulbau, daher konnte das Projekt so nicht verwirklicht werden. Glücklicherweise wird Fröbel e.V., der damalige Kooperationspartner, laut Planung nächstes Jahr hier in Helle Mitte eine größere Kita eröffnen.

alice online: Sie haben einen Wettbewerb ausgeschrieben, ist das üblich?

Flegl: Bei dem Bauvolumen wäre das nicht zwingend gewesen, es war aber ein Wunsch des Bereiches Stadtentwicklung und Wohnen. Wir waren am Anfang skeptisch, ob in einem doch weitgehend entwickelten Gebiet wie der Hellen Mitte noch architektonisch bauliche Akzente gesetzt werden können. Wir sind jetzt aber mit dem Ergebnis des Wettbewerbs sehr zufrieden.

alice online: Was zeichnet denn den Gewinnerentwurf aus?

Flegl: Es werden einerseits die Anforderungen der Hochschule berücksichtigt, möglichst viel Fläche im Gebäude zu schaffen und Erweiterungen möglich zu machen; so kann der Neubau der Mensa in dieses Bauvorhaben wunderbar integriert werden. Gleichzeitig setzt der Entwurf über die Hochhausvariante ein architektonisches Highlight für die Helle Mitte. Der architektonische Ausdruck des Gebäudes ist freundlich und großzügig und ermöglicht die Kommunikation auch in den städtischen Raum.

 „Wir hoffen, zum Wintersemester 2019/20 im neuen Gebäude arbeiten zu können." 

alice online: Wie sieht die nächste Planungsphase aus?

Flegl: Wir werden jetzt in die Detailplanung bezüglich der Kosten gehen und hoffen, diese bis zum Sommer abschließen zu können, sodass nach dem Sommer die Ausschreibungen und Vergaben beginnen können. Ich rechne mit einem Baustart in 2018 und wir hoffen, zum Wintersemester 2019/20 im neuen Gebäude arbeiten zu können. Dann sind wir am Ende doch noch schneller als der BER ...

alice online: Wie gehen Sie mit dem stetig wachsenden Platzproblem im alten Gebäude bis zur Fertigstellung um?

Flegl: Wir rutschen alle zusammen und ziehen jeweils noch eine Zwischendecke in die Büros. Nein, wir sind im Moment in guten Gesprächen mit dem Management Helle Mitte und hoffen, dadurch in unmittelbarer Nähe zur Hochschule Flächen anmieten zu können.

alice online: Der Neubau ist unter anderem auch wegen einer Erweiterung des Hochschulangebotes nötig. Was ist hier genau geplant?

Flegl: Der Neubau ist bereits wegen der momentanen Raumsituation mehr als begründet. Tatsächlich sieht der neue Hochschulvertrag ein Wachstum der Studierendenzahl um fast ein Drittel vor. In den Studiengängen Soziale Arbeit, BASA-online und Erziehung und Bildung im Kindesalter wird jeweils eine zusätzliche Kohorte eingerichtet. Im Wintersemester 2019/20 werden wir einen primärqualifizierenden Bachelorstudiengang im Bereich Pflege einrichten und im Wintersemester 2020/21 soll der berufsbegleitende, online-basierte Bachelorstudiengang Health Care Professionals – Bachelor Interprofessionelle Versorgung und Management eingeführt werden. Der neue Hochschulvertrag ermöglicht außerdem einen konsekutiven Masterstudiengang im Bereich Soziale Arbeit, der ebenfalls im Wintersemester 2020/21 starten wird. Da unsere Raumreserven erschöpft sind, wurden die entsprechenden Raumkapazitäten in die Planung eines weiteren Bauabschnitts des Neubaus integriert. Betonen möchte ich noch, dass diese Studienplatzerweiterungen erstmals auch entsprechend ausfinanziert sind. So wird unser Jahresetat bis zum Jahr 2020 um etwa 50 Prozent steigen. Damit kann man schon etwas anfangen.