...und dann kam Corona „Corona hat in meiner Abteilung zu einem Zusammenrücken geführt"

Die Leiterin des StudierendenCenters Claudia Hellerung im Interview über die Arbeit im Präsenznotbetrieb

Vergrößern: Eine Tafel mit der Aufschrift: Studierendencenter im Präsenznotbetrieb
StudierendenCenter © ASH Berlin

Sie sind eine von den wenigen Personen, die zur Zeit an der Hochschule vor Ort arbeiten. Wie oft kommen Sie in der Woche an die Hochschule?

Hellerung: Ich bin täglich vor Ort. Alle Arbeitsgruppen des StudierendenCenters sind durch wechselnden Einsatz der Mitarbeitenden ebenfalls vor Ort vertreten.

Wie hat sich das Arbeiten verändert? 

Hellerung: In meiner Leitungsfunktion haben sich insbesondere die koordinierenden Aufgaben zwischen den einzelnen Arbeitsgruppen meiner Abteilung aufgrund von Schichtbetrieb und wochenweise wechselnden Mitarbeiter_innen vor Ort und im Home Office verstärkt. Zudem finden verstärkt online-basierte Meetings und Telefonkonferenzen mit den Arbeitsgruppen und Einzelpersonen statt. Anstelle der persönlichen Beratungssettings mit den Bewerber_innen und Studierenden bin ich vorrangig im E-Mail- und Telefonkontakt.

Wie ist die Stimmung an der Hochschule während der aktuellen Situation?

Hellerung: Es ist an der Hochschule aufgrund der nur sehr kleinen Präsenznotbesetzung eher ungewohnt ruhig.

Welche Regeln müssen Sie während der Arbeit an der Hochschule einhalten?

Hellerung: Selbstverständlich werden anlassbedingt die notwendigen Abstandsregeln eingehalten. Selbst innerhalb der Präsenznotbesetzung wird verstärkt auf online-basierte Zusammenarbeit zurückgegriffen. Publikumsverkehr findet aufgrund des Zutrittsverbots für Bewerber_innen und Studierende nicht statt. Zudem war es den an der ASH Berlin im Präsenznotbetrieb tätigen Personen bis Ende Mai 2020 nur bis um 15 Uhr möglich an der Hochschule zu arbeiten, was insbesondere im StudierendenCenter die fristengebundenen Arbeitsaufgaben mit nur begrenzt zur Verfügung stehenden personellen Ressourcen massiv erschwert hat. Erst seit dem 01.06.2020 ist die Hochschule wieder bis 19 Uhr für Zutrittsberechtigte geöffnet.

Wie läuft das Arbeiten mit den anderen Hochschulangehörigen, die im Home Office sind?

Hellerung: Per Zoom, Telefon, E-Mail oder DFN.

Was könnte aktuell noch verbessert werden?

Hellerung: Für die Mitarbeitenden im Home Office wäre eine Anbindung mit VPN-Tunnel hilfreich. Derzeit wird mit any-desk gearbeitet und es wurden lediglich Notbooks zur Verfügung gestellt. Insbesondere die datenbankbezogenen Ansichten sind hierbei so klein, dass die Arbeit  sehr erschwert ist.

Gibt es auch positive Effekte während der Corona-Krise?

Hellerung: Die längst überfälligen Digitalisierungsbestrebungen der ASH Berlin sind nun erfreulicherweise enorm vorangetrieben worden. Positiv ist auch, dass viele Kolleg_innen, die hier nach langer ASH-Abstinenz wieder vor Ort tätig sind, sich über das Arbeiten an der ASH Berlin und ein Wiedersehen mit den Kolleg_innen fühlbar freuen. Corona hat in meiner Abteilung eher zu einem Zusammenrücken (selbstverständlich mit dem gebotenen physischen Abstand) geführt. In den letzten Wochen war trotz der enormen Arbeitsbelastung ein großer Teamgeist zu spüren. Wir haben mehr miteinander kommuniziert, unsere Erfahrungen ausgetauscht und uns gegenseitig unterstützt, als wir es üblicherweise tun.
Die dezentralen Arbeitsformen mit weniger Konvention und mehr Flexibilität im Arbeitsalltag haben meines Erachtens zu einer ganz neuen Motivation geführt und der Produktivität keinen Abbruch getan, sofern nicht verstärkt familiäre Faktoren die Vereinbarkeit von beruflichen Verpflichtungen und Betreuungsaufgaben notwendigerweise eingeschränkt haben. Home Office hat einen neuen Stellenwert erreicht, den es für die Zukunft weiter auszubauen gilt und für jeden Mitarbeitenden weiterhin zu ermöglichen sein sollte.

Mit welchen neuen Fragen kommen die Studierenden in die Abteilungen des StudierendenCenters? 

Hellerung: Die Fragen der Studierenden sind so zahlreich und arbeitsgruppenweise so verschiedenartig, dass es mir wirklich Mühe macht, diese aufzählungsartig aufzuführen. Hier also nur grob zusammengefasst und auszugsweise: An sich fallen im Immatrikulationsamt die gewohnten Fragestellungen der Studierenden und Bewerber_innen an. Die coronabedingten Fragestellungen zielen insbesondere auf die Semesterticketlösung, die Nichtanrechnung des SoSe 2020 auf die Fachstudienzeit und das anstehende Online-WiSe 20/21 sowie die geänderten Bewerbungsfristen ab. Im Prüfungsamt sind die häufigsten Nachfragen auf pandemiebedingte ausgesetzte Fristenregelungen und abweichende Formerfordernisse sowie geänderte Prüfungsregelungen ausgerichtet. Im Praxisamt bezogen sich viele Studierendenanfragen auf möglicherweise abzubrechende Praxisphasen, tatsächliche Praxisabbrüche und den diesbezüglichen Umgang damit ab.