...und dann kam Corona Arbeiten in Zeiten von Corona

Schlaglichter aus der Bibliothek

Vergrößern: Eine Frau steht mit Mundschutz vor einem Bücherregal und liest in einem Buch
© Michael Schaaf

Wie aus dem Nichts traf der Virus auch uns Bibliotheksmitarbeiter_innen in einer Phase, in der wir gerade ganz andere Pläne hatten, als uns intensiv mit all den komplexen Fragen zu beschäftigen, die der Betrieb einer Hochschulbibliothek während einer Pandemie mit sich bringt.

Nach einer kurzen Schließzeit konnten wir am 11.05.2020 die Bibliothek unter besonderen Bedingungen wiedereröffnen. Wir alle schätzen den Austausch mit unseren Kolleg_innen sehr und bedauern es daher, uns nur noch in den wöchentlichen Online-Teambesprechungen zu „sehen“ und ansonsten viel Zeit im Homeoffice zu verbringen.

 

Homeoffice als Bibliotheksmitarbeiter_in?

Nach einigen technischen Anpassungen ließen sich die Katalogisierung und Verschlagwortung von Print-Büchern ebenso wie der Erwerb neuer Bücher schnell ins Homeoffice verlegen. Doch wie sollten die neuen Aufgaben für die Kolleg_innen im Benutzungsbereich aussehen? Die Antwort darauf lieferten uns die Studierenden in kürzester Zeit selbst: „Wie bekomme ich einen Bibliotheksausweis?“, „Wie kann ich meine Gebühren begleichen?“ „Wie funktioniert das überhaupt mit diesen E-Books?“. Das sind nur einige der hundert Fragen, die wir nun täglich per E-Mail von zu Hause aus bearbeiten.

 

Neue und überarbeitete Schulungsangebote

Die Schulungsangebote der Bibliothek fanden bisher ganz klassisch in den Räumen der ASH Berlin statt. Um sie in die „digitale Welt“ zu überführen, haben wir unsere Angebote komplett überarbeitet und zum Teil neu konzipiert. Nutzer_innen können nun individuelle Online-Rechercheberatungen buchen, ebenso führen wir Online-Gruppenschulungen zur systematischen Literaturrecherche und zur Literaturverwaltung mit Citavi durch. Zudem stellen wir immer mehr Schulungsunterlagen auf unseren Webseiten für die Nutzer_innen bereit, sodass sie sich grundlegende Recherchekenntnisse selbst erarbeiten können.

 

E-Ressourcen wichtiger denn je

Mit der Schließung der Bibliothek standen wir vor der großen Frage, wie wir unsere Nutzer_innen dennoch bestmöglich mit der für sie relevanten Literatur versorgen können. Kurzerhand verhandelten wir mit vielen für den SAGE-Bereich wichtigen Verlagen spezielle Konditionen, durch die sie uns für drei Monate den Zugriff auf ihr gesamtes E-Book-Angebot gewährten.

Ein Teil dieser E-Books konnte anschließend für den dauerhaften Zugriff lizenziert werden. Leider machen es uns die alteingesessenen Verlage jedoch oft nicht leicht, den Bestand wo immer nötig, auf digitale Ressourcen umzustellen. Dieser Prozess verlangt neben Hartnäckigkeit und Überzeugungskraft eine gute Portion Geduld und Wohlwollen im Umgang mit den traditionellen Strukturen des Publikationswesens.

 

Neuer Publikationsserver aliceOpen

Ein neues Kapitel konnten wir mitten in der Pandemie beim Thema Open Access aufschlagen, also bei der Idee, einen Großteil der wissenschaftlichen Informationen kostenfrei und unbeschränkt allen Menschen weltweit zur Verfügung zu stellen. Um die ASH Berlin darin zu unterstützen, auch ihren Teil zu dieser neuen Publikationskultur beizutragen, durften wir im Mai den Open Access-Experten Joachim Dinter als neuen Kollegen in unserem Team begrüßen. Trotz der Herausforderung, seine Kolleg_innen in den ersten Wochen fast ausschließlich online zu treffen, ist es Joachim Dinter gelungen, unseren Publikationsserver aliceOpen komplett zu überarbeiten und neu zu beleben. Wir freuen uns, Joachim Dinter an Bord zu haben und mit ihm gemeinsam in das neue digitale Zeitalter zu schippern.