Berufswege von Frauen Frauen in der Wissenschaft

Neues Projekt zur Förderung des Wissenschaftlichen Personals – Berufswege von Frauen* in wissenschaftlichen und befristet bezahlten Tätigkeiten

Vergrößern: Dozentin Kirsten Steppat erklärt Studierenden etwas, die an Tischen sitzen
Kirsten Steppat, Lehrbeauftragte im Masterstudiengang Biografisches und Kreatives Schreiben © Alexander Rentsch

Hochschulen für Angewandte Wissenschaften bewältigen ihre Aufgaben in Lehre und Forschung in überwiegendem Maße mithilfe von Personen in befristeten und – was die Lehre betrifft – in vergleichsweise schlecht bezahlten Arbeitsverhältnissen. Sie verfügen bisher über keinen Mittelbau und kein Promotionsrecht. Die Wege zur FH-Professur sind vielfältig und oft mit Hürden verbunden. Nur ein kleiner Teil der wissenschaftlich Tätigen an Hochschulen kann sie gehen. Mit dieser sozialen Situation sind strukturell angelegte Ausschlüsse und biografische Folgen verbunden, die von Menschen, die der Hochschule und der Wissenschaft ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen, teilweise als sehr leidvoll erlebt werden. Im Hochschulkontext sind diese Folgen i. d. R. den Personen als eigene Verantwortung zugeschrieben, deren strukturelle Zusammenhänge oft tabuisiert.

Deshalb sollten Hochschulen – und will auch die ASH Berlin – die differenzierte und diversitätsbewusste Förderung der akademischen Mitarbeiter/-innen in wissenschaftlichen Tätigkeiten angehen. Wir sind dankbar für die zahlreichen Anregungen und Arbeiten, die in den letzten Jahren bereits von der Vertretung des Wissenschaftlichen Personals angestoßen und geleistet wurden. Ohne diese Energie wäre die Idee zu dem im Folgenden beschriebenen Projekt vermutlich nicht entstanden.

In den kommenden drei Jahren werden wir – gefördert durch das Berliner ChancengleichheitsProgramm (BCP) – ein „Konzept zur nachhaltigen Förderung der Berufswege und der wissenschaftlichen Qualifizierung von Frauen* an der Hochschule“ entwickeln. Dieses soll möglichst die Vielfalt der an der ASH Berlin präsenten Frauen in wissenschaftlichen Tätigkeiten berücksichtigen (Masterabsolventinnen am Beginn einer wissenschaftlichen Karriere, Promovendinnen, Lehrbeauftragte, Gastdozentinnen, Gastprofessorinnen, Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen, Post-Docs).

Zwei Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen (Nursemin Sönmez und Sieglinde Machocki) werden gemeinsam mit der AG Wissenschaftliches Personal, unter der wissenschaftlichen Leitung der für Gleichstellung zuständigen Prorektorin sowie in Abstimmung mit den Gremien das Konzept erarbeiten. Die beiden WiMi können dabei die Hälfte ihrer Arbeitszeit der eigenen Qualifikation widmen.

Die Kunst wird sein, die Anliegen und Bedarfe der genannten Personen zu hören, sich darauf unter den beschränkten Bedingungen der Hochschulfinanzierung kreativ einzulassen, Personen anderen Geschlechts und Diversität immer mitzudenken und verschiedene Bausteine zu einem Konzept zu integrieren. Wir werden versuchen, einiges davon bereits während der Projektphase probeweise umzusetzen und zu evaluieren. Geplant sind eine Tagung zur Würdigung und Erfolgsanalyse des BCP-geförderten Promotionsstipendienprogramms sowie eine bundesweite Tagung zur Situation des Wissenschaftlichen Personals in befristeten Arbeitsverhältnissen an Hochschulen.